Ziegenhaltung

Die Ziegen - echte Schweizer

Die Ziegen gehörten zu den ältesten Hausiteren überhaupt und diensten früher vorwiegend der Selbstversorgung. Heute gilt die Schweiz als Ursprungsland der modernen Ziegenzucht. Ziegen werden vor allem zur Milchproduktion gehalten. Für Rassen wie die Burenziege oder die Walliser Schwarzhalsziege ist aufgrund ihrer besonderen Haltungsformen dagegen die Fleischproduktion der bedeutendste wirtschaftliche Faktor.

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage ernährungsbewusster Konsumentinnen und Konsumenten nach Erzeugnissen von der Ziege stieg deren Zahl in den letzten 25 Jahren kontinuierlich an - 2015 war erstmals ein Rückgang zu verzeichnen. Die Tiere werden von gut 6000 Personen gehalten. Ziegen findet man grundsätzlich in allen Regionen und Höhenlagen der Schweiz, besonders aber in den Kantonen Bern, Tessin, Graubünden, St. Gallen und Wallis.

Ziegen fressen die schmackhaftesten Kräuter

Ziegen sind für ihre wählerische Nahrungsaufnahme bekannt. Dadurch kann sich die Ziege aus einem vielseitigen Grünlandbestand eine günstige, nährstoffreiche Futterration zusammenstellen. Die Ziege gehört – wie das Rind – zur Familie der Wiederkäuer. Die Rohfaser im Futter spielt eine wichtige Rolle für die Verdauung und die Energieversorgung der Tiere. So können sie auch auf extensiven Weiden mit geringem Futterwert hohe Leistungen erbringen. Auf den Alpen sind Ziegen sehr willkommen, da sie durch ihr Fressverhalten die Verbuschung von Gebirgsweiden verhindern. Sie geniessen mit Vorliebe Kräuter und Pflanzen, die andere Tiere verschmähen. Obwohl Ziegen ihr Futter oft in unwegsamem Gelände ergattern, verursachen sie keine Tritt- und Erosionsschäden; sie verfestigen sogar den Boden.

Naturnahe Haltung

Ziegen bewegen sich von Natur aus gerne und können gut klettern. In den Schweizer Laufställen wird diesen Umständen beispielsweise mit erhöhten Liegenischen Rechnung getragen. Den Sommer verbringen die meisten Ziegen auf saftigen Alpweiden. Robuste Rassen werden fast ganzjährig im Freien gehalten. Nässe und Zugluft mögen sie nicht, weshalb man ihnen bei extremer Witterung mit einem Unterstand Schutz bietet.